WooCommerce vs. Shopify [Welche Onlineshop Software ist besser?]

Onlineshop_50_30

Wenn man ein wenig recherchiert, welches Onlineshopsystem am besten ist, stößt man relativ schnell auf die beiden führenden Anbieter in der Branche – WooCommerce und Shopify. Aber für welches von beiden sollte man sich nun entscheiden, wenn man einen eigenen Webshop eröffnen möchte? Dieser Frage gehen wir in diesem Artikel nach.

‍Wie funktionieren die beiden Shopsysteme?

Direkt zu Beginn des Vergleichs geht es um einen elementaren Unterschied zwischen WooCommerce und Shopify. WooCommerce basiert auf dem Content-Management-System WordPress und wird deswegen selbst gehostet. Das bedeutet, dass man sich selbst um einen externen Anbieter wie zum Beispiel Ionos bemühen muss, um seinen Onlineshop letztendlich auch ins Internet zu bringen. Shopify hingegen kümmert sich bei der Erstellung eines Shops auch automatisch um das Hosting, sodass keine Drittanbieter nötig sind. Das hat allerdings nicht nur Vorteile, worauf ich in diesem Artikel noch eingehen werde.

‍Einrichtung

Bei der Schwierigkeit der Einrichtung eines Onlineshops unterscheiden sich WooCommerce und Shopify kaum. Der einzige wirkliche Unterschied ist, dass man sich bei WooCommerce zusätzlich noch um das Hosting seiner WordPress Seite kümmern muss. Das Auswählen einer Vorlage (Theme) sowie das Erstellen von Produkten ist allerdings relativ ähnlich. Man könnte argumentieren, dass die Benutzeroberfläche bei Shopify noch etwas übersichtlicher gestaltet ist, dies ist allerdings auch immer Geschmackssache.‍

Funktionalität

Der wahre Unterschied zwischen den beiden Plattformen zeigt sich, wenn es darum geht, seinen Onlineshop anzupassen und zu optimieren. In der Einleitung des Artikels hatte ich bereits erwähnt, dass Shopify als all-in-one Lösung fungiert und man sich nicht um das Hosting kümmern muss. Der Nachteil hierbei ist, dass Shopify somit auch entscheiden kann, was man als Nutzer an seinem Shop verändern kann und was nicht. Da man seinen WooCommerce Shop selbst hostet, hat man Zugriff auf alle Dateien, aus denen der Shop besteht, und kann diese beliebig verändern.

Sowohl für Shopify als auch für WooCommerce gibt es eine vielzahl an zusätzlichen Plugins, die installiert werden können, um die Funktionalität eines Onlineshops zu erweitern. Diese reichen von SEO- und Marketingtools über Sicherheitsplugins bis hin zu Preisrechnern. Dabei muss gesagt sein, dass die Anzahl an Plugins für WordPress und WooCommerce die von Shopify deutlich übersteigt. Bei letzterem stößt man oft schneller an seine Grenzen, vor allem dann, wenn es um komplexere Funktionen geht. Leider bietet sich dann nicht die Möglichkeit, den Code der Website zu verändern, da dieser ja von Shopify verwaltet wird, was häufig zur Verzweiflung führen kann.

Bei WooCommerce sind gewünschten Anpassungen des Shops so gut wie keine Grenzen gesetzt. Allerdings muss man bedenken, dass dabei oft ein gewisses Programmierwissen nötig ist, wenn die Plugins nicht den gewünschten Effekt erzielen können. Glücklicherweise stellt WordPress gewisse Mechanismen zur Verfügung, auch Hooks und Filter genannt, mit denen sich nahezu jede Funktion verändern lässt. Wenn man mit diesem System umzugehen weiß, ist es ein Leichtes, seinen Onlineshop nach Belieben anzupassen, die Lernkurve ist allerdings ziemlich steil und das Ganze sollte man lieber erfahrenen WordPress Entwicklern überlassen, denn durch die falsche Benutzung besteht auch immer die Gefahr, gewisse Eigenschaften des Shops unbrauchbar zu machen.

Themes

Ein Onlineshop steht und fällt mit seinem Theme, denn dieses bestimmt letztendlich das äußere Erscheinungsbild der Seite. Somit ist die Auswahl eines geeigneten Themes für die späteren Verkaufszahlen von entscheidender Bedeutung. Shopify kommt mit 10 kostenlosen und 71 bezahlpflichtigen Themes, die jeweils aufwärts von 140$ kosten. Für WooCommerce gibt es nur 3 kostenlose, aufgrund der vielen verschiedenen Anbieter allerdings mehrere tausend käufliche Themes.

WooCommerce Theme Store

Die Anzahl ist allerdings nicht so wichtig, viel entscheidender ist es, inwiefern die Themes angepasst werden können. Shopify stellt dafür für die meisten Themes verschiedene Variationen zur Verfügung, sodass die tatsächliche Anzahl bei über 100 liegt. Wenn man sein Theme allerdings nach individuellen Wünschen verändern möchte, muss man, wer hätte es gedacht, auf WooCommerce zurückgreifen. Wie bereits erklärt hat man hier vollen Zugriff auf die Dateien, aus denen der Shop besteht, und somit auch auf das ausgewählte Theme. Das beste ist, dass man hierfür meistens sogar keine Programmierkenntnisse benötigt, lediglich ein Gespür für Design ist empfehlenswert. 😉

‍Kosten

Vor allem für neue Shopbesitzer sind die Kosten ein wichtiger Faktor, den es bei der Wahl des Shopsystems zu berücksichtigen gilt. Grundsätzlich ist ein WooCommerce Onlineshop kostenlos, da es sich um eine Open-Source Software handelt. Die einzigen vorausgesetzten Kosten sind die, die für Hosting/Domain und den Zahlungsdienstleister anfallen. Anbieter wie Ionos haben hierfür extra auf WordPress zugeschnittene Angebote, die schon ab 1€ im Monat erhältlich sind. Allerdings ist davon auszugehen, dass man im Laufe der Erstellung zusätzlich Geld für ein bezahlpflichtiges Theme oder Plugins ausgeben wird, denn diese sind für einen reibungslos funktionierenden Shop an vielen Stellen unerlässlich.

Shopify bietet seinen Kunden drei verschiedene Preisoptionen mit verschiedenen Leistungen.

Preise Shopify

Zusätzlich fallen Gebühren von durchschnittlich etwa 2% für die Bezahlungen an. Selbst für einen einfachen Webshop sollte man allerdings auch hier mit erhöhten Ausgaben für etwa Themes oder notwendige Plugins rechnen.

Allgemein lässt sich nur schwer sagen, ob WooCommerce oder Shopify billiger ist, da dies von den individuellen Bedürfnissen des Shops abhängt.

‍Fazit

Es gibt keinen eindeutigen Gewinner im Kampf um das beste Shopsystem. Sowohl WooCommerce als auch Shopify bieten Ihren Nutzern eine vielzahl an Optionen, Themes und Plugins, um im hart umkämpften E-Commerce Markt zu bestehen. Shopify ist einfach zu bedienen und sinnvoll, wenn man innerhalb von ein paar Stunden einen Onlineshop ohne viel Drumherum aufsetzten möchte. Wenn man allerdings vorhat, zusätzliche Funktionen in den Shop einzubauen, dann lohnt es sich in den meisten Fällen, WooCommerce zu verwenden. Hier nochmal ein grober Überblick über die im Artikel genannten Aspekte.

Vergleich

Nächster Beitrag
Onepager – Der Trend für Firmenwebsites
Menü
GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner